Pressespiegel

 

„Kinder bewegen Musik“ | nmz, Mai 2019

Landesmusikakademie Hamburg: Erster Fachtag Elementare Musikalische Bildung

Workshop Bodypercussion – Spielideen für Vorschulkinder. Foto: Ann-Kathrin Kahl
(nmz) -

An der Landesmusikakademie Hamburg fand am 30.03.2019 in Zusammenarbeit mit dem Nordkolleg Rendsburg und der Musikhochschule Lübeck der erste Fachtag zur Elementaren Musikalischen Bildung statt. In den Räumen der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg konnten die 85 Teilnehmer*innen aus fünf Bundesländern aus einem thematisch breit gefächerten Workshopangebot wählen. Die Konzeption des Fachtages haben Prof. Marno Schulze, Musikhochschule Lübeck, Anneli Froese, Nordkolleg Rendsburg, Heike Vajen, Staatliche Jugendmusikschule Hamburg und die Leiterin der Landesmusikakademie Hamburg, Annekatrin Piech, erarbeitet. Der Fachtag wird in Zukunft jährlich stattfinden und durch die beteiligten Institutionen wandern.

Ein Artikel von nmz-red (N.N.)

Nach der musikalischen Begrüßung mit einer Kindergruppe aus der musikalischen Früherziehung unter der Leitung von Heike Vajen, hat Prof. Marno Schulze mit seinem Impulsvortrag „Herausforderung angenommen - Musikerziehung vor dem Hintergrund einer sich ständig verändernden Bildungslandschaft“ in das Thema eingeführt. Elementare Musikalische Bildung umfasst heute Angebote wie Eltern-Kind-Gruppen, Sing- und Instrumentalklassen, Elementares Musiktheater, Musik und Bewegung, Sprachförderung mit Musik und ist aus dem musikpädagogischen Fächerkanon nicht mehr wegzudenken. Sein Fazit lautet: „Wir werden gebraucht!“

Das gemeinsame „Warm up“ Bodymusic unter der Anleitung von Ben Schütz war für die Teilnehmer/-innen ein erfrischender Einstieg in die anschließende Workshoparbeit. Die Workshops selbst waren mit hochkarätigen Dozent*innen besetzt und gaben einen praxisorientierten Einblick in Themen wie Bodypercussion, Inklusion in der Elementaren Musikerziehung, Klanglabor, Timpano in 90 Minuten, Sequenzen aus dem kreativen Kindertanz, Angebote und Konzepte in KiTas, Schwierige Unterrichtssituationen und Music to go. Fachspezifische Ausstellungen der Verlage Bosse und Helbling ergänzten das Programm und boten in den Pausen Gelegenheit zum Stöbern.

Der „Fachtag Elementare Musikalische Bildung“ trägt dazu bei, alle in diesen Bereichen Tätigen zusammenzuführen, Austausch zu ermöglichen und neue Impulse für den Berufsalltag zu geben. Vom Networking über die Interessensvertretung bis zum thematisch fokussierten Workshop verstand sich dieser Fachtag in Hamburg und in den Folgejahren auch in Lübeck und Rendsburg als ein Forum, das interessierten Kolleg/-innen eine Plattform bietet, um so Veränderungen zu ermöglichen: im Unterricht, in KiTas, Schulen und Musikschulen.

Am Ende konnte Annekatrin Piech als Gastgeberin zusammenfassen: „Wir schauen auf einen inhaltlich erfüllten, lebendigen Tag  mit einem sehr positiven Feedback zurück, der Lust auf den nächsten Fachtag 2020 in Lübeck macht.“


Landesmusikakademie Hamburg
www.landesmusikakademie-hamburg.de

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Beitrag zu Integration und Inklusion | nmz, April 2016

Zum Fachtag „Musik macht Heimat“ an der Landesmusikakademie Hamburg

Seit 20 Jahren als rollende Musikschule in Hamburg unterwegs: der jamliner
(nmz) -

„Mit der Kraft und dem Zauber der Musik können die öffentlichen Musikschulen einen wesentlichen Beitrag zu Integration und schließlich Inklusion leisten. Einen Beitrag, der unsere Gesellschaft jünger, bunter, kreativer, friedvoller und zukunftsfähiger macht.“ (Ulrich Rademacher, Bundesvorsitzender des VdM, 18.1.2016)

Die Landesmusikakademie Hamburg hat am 23.1.2016 den Fachtag „Musik macht Heimat“ (1) ausgerichtet. In die Staatliche Jugendmusikschule Hamburg (JMS) lud der Fachbereich Musiktherapie unter der Leitung von Karin Holzwarth zum Austausch über musikalische und therapeutische Angebote für junge Geflüchtete ein. Damit knüpfte der Fachtag an die Tradition der Netzwerktreffen Kinder- und Jugendmusiktherapie an der JMS zum gleichen Thema an.

Unterstützt wurde der Fachtag „Musik macht Heimat“ von der Andreas Tobias Kind Stiftung, der Stiftung Children for Tomorrow (Steffi Graf)/Flüchtlingsambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und dem Landesbetrieb Erziehung und Bildung der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Inneres. Neun Arbeitsgruppen wurden durch rund zwanzig ausstellende Initiativen erweitert. Über 100 Teilnehmende waren nach Hamburg gereist.

Dr. Nicola Kaatsch, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie eröffnete den Fachtag mit ihrem Vortrag zu Grundlagen der Traumapsychologie und Resilienzforschung. In den anschließenden Arbeitsgruppen fand ein intensiver Erfahrungsaustausch statt:

AG 1: Der Verein Musiktherapie Initiative e.V. stellte unter Leitung  der Musiktherapeutinnen Tina Posselt und Julia Hoffmann (JMS) die Selbstfürsorge in den Mittelpunkt, die gerade beim Einsatz für Geflüchtete ein zentrales Thema darstellt.

AG 2: Die Musiktherapeutin und Supervisorin Claudia Knoll hat etwa zehn Jahre nach dem Krieg in Bosnien vor Ort in Mostar in einer multiprofessionellen Initiative der Andreas Tobias Kind Stiftung erste Erfahrungen in der therapeutischen Unterstützung kriegstraumatisierter Menschen gesammelt. Später gründete sie in Slowenien ihr Institut für Musiktherapie.

AG 3: Studierende der Medical School Hamburg präsentierten unter Leitung ihrer Professorenschaft Dr. Jan Sonntag und des Dozenten Michael Ganß ihre engagierte Projektarbeit im Kunstzelt einer großen Hamburger Erstaufnahme.

AG 4: Mit Petra Schmidt, Percussionlehrerin am Hamburger Konservatorium, erlebten wir eine Pädagogin, die bereits seit Januar 2015 in einer großen Hamburger Erstaufnahme mit den schulpflichtigen Kindern lustvoll und experimentierfreudig das Angebot „TrommelPower“ umsetzt – als Teil eines großen Engagements des Hamburger Konservatoriums für musikalische Angebote für Flüchtlinge.

AG 5: Bernd Willutzki vom Landesbetrieb Erziehung und Bildung der Stadt Hamburg ist für die Erstversorgung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge verantwortlich, leitet sechs sogenannte Erstversorgungseinrichtungen und erzählte von seinen Erfahrungen mit den jungen Neuankömmlingen und den amtlichen Vorgehensweisen und Bedingungen.

AG 6: Andrea Engert, Lehrkraft der Hamburger Schulbehörde, nahm ihre Gruppe in die Welt der kleinen Schule in einer Hamburger Erstaufnahme mit. Die JMS setzt dort seit November 2015 wie auch in anderen Hamburger Erstaufnahmen ein umfangreiches musikalisches Angebot für schulpflichtige Kinder um.

AG 7: Ulrike Herzog, Musikethnologin und Lehrerin für Percussion an der JMS berührte mit Schilderungen ihrer Erlebnisse in Kurzzeitprojekten auf Haiti und Madagaskar beim Aufbau von Musikschulen vor Ort. Sie findet ihre eigenen Erfahrungen in der Fremde bei den jungen unbegleiteten Geflüchteten wieder, für die sie in Hamburg seit Mai 2015 ihr musikalisches Pilotprojekt anbietet.

AG 8: Die Flüchtlingsambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf war mit der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Anna von Möllendorff vertreten. Die Ambulanz bietet minderjährigen Unbegleiteten mit traumatischen Belastungsstörungen psychotherapeutische Hilfe in Form von Gesprächstherapie und Kunsttherapie an.

AG 9: Der jamliner ist ein zum Studio umgebauter HVV Bus der JMS, der seit fast zwanzig Jahren in so genannten Brennpunkten der Stadt als rollende Musikschule unterwegs ist. Jochen Reich, Koordinator des jamliners, präsentierte die Arbeitsweise seines Teams anschaulich vor Ort im Bus, der eigens vorgefahren war.

Umrahmt wurde dieser Tag von Derya Yildirim mit einem türkischen Friedenslied, zu dem sie ihre Stimme auf der Langhalslaute Saz begleitete. Mahmoud Said (Violine) gestaltete, begleitet von Wiebke Schremm (Viola), den musikalischen Ausklang des Tages mit einer berührenden Taksim-Improvisation in einer arabischen Makam und einer Komposition aus seiner Heimat Ägypten.

Karin Holzwarth, Diplom-Musiktherapeutin, Psychotherapie

1 Der Deutsche Musikrat hat den Titel Musik macht Heimat hierfür freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Wie bunt ist mein Leben? | nmz, September 2015

Landesmusikakademie Hamburg:
2. Symposium Musik und Inklusion

(nmz) -

Der Begriff Inklusion ist in kurzer Zeit zu einem zentralen Begriff in Pädagogik und Gesellschaft geworden. Er wird auf allen Ebenen diskutiert: in Fachkreisen und in den Medien, in der Theorie und in der Praxis. Der Begriff ist populär, obwohl er sehr komplex ist und es kaum zwei Menschen gibt, die die gleiche Definition und Vorstellung davon haben.

Ein Artikel von Winfried Stegmann

Wie bunt ist mein Leben – wie sieht Inklusion in meinem persönlichen Leben und Erleben, in meinem Umfeld und in meinen sozialen Beziehungen aus? Wir brauchen den Anderen und das Anderssein, um uns selbst zu spüren, um uns weiterzuentwickeln und kreativ zu sein. Wann ist das Anderssein bereichernd und wann ist es bedrohlich? Wie viel „Anderes“ lasse ich zu, lasse ich an mich heran?

Inklusion wird in Politik und Gesellschaft in erster Linie als eine Aufgabe wahrgenommen. Dafür braucht es gute Bedingungen, Konzepte und Ressourcen. Die Künste können hier einen eigenen, freieren Zugang schaffen. Der eigene, persönliche Ausdruck und der Kontakt und die Kommunikation mit dem Gegenüber bestimmen den künstlerischen Prozess. Die Künste, Tanz, Musik leben vom Wechselspiel von Spannung und Auflösung , Distanz und Nähe, Dissonanz und Konsonanz. Das gemeinsame künstlerische Tun und Erleben kann das Anderssein verbinden und gestalten.

„Wie bunt ist mein Leben?“ – so heißt der Workshop der Musiktherapeutin Judith Sonntag im Rahmen des 2. Symposiums „Musik und Inklusion – Musik verbindet“ am 28. November 2015 an der Landesmusikakademie Hamburg. Die Landesmusikakademie Hamburg will im 2. Symposium Musik und Inklusion die Chancen und Möglichkeiten inklusiven Musik-, Tanz- und Instrumentalunterrichts beleuchten. In Workshops werden Dozentinnen und Dozenten aus ganz Deutschland ihre Konzepte und Erfahrungen vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren.

Folgende Themen stehen auf dem Programm des Symposiums:

  • Tanztheater mit jugendlichen Flüchtlingen
  • Inklusive Ensemblearbeit – Offene Jazz Haus Schule Köln
  • Computerbasierte Instrumente für körperbehinderte Menschen – Anna-Freud-Schule Köln
  • Einschätzung Beziehungsfähigkeit (EBQ-Instrument)
  • Musiktherapie mit Flüchtlingen,
  • Jamliner – Macht Eure Musik! – JMS Hamburg
  • Lieder, die in die Sprache locken
  • Projekt Superklasse
  • Inklusiver Musikunterricht an Schulen
  • Experimentelle Klanggestaltung.
  • Wie bunt ist mein Leben?

Weitere Informationen zum Symposium, Tagesprogramm und Anmeldung gibt es unter: www.landesmusikakademie-hamburg.de

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Blickpunkt Gitarrenstudium | nmz, April 2014

(nmz) -

Über die Veränderungen, die der Bereich Instrumentalunterricht zur Zeit erfährt, ist schon viel diskutiert worden. Der Anfangsunterricht findet zunehmend in Gruppen oder Klassen statt. Die Basis dafür ist methodisches Handwerkszeug, wie es in der Elementaren Musikpädagogik und in der Schulpädagogik vorhanden ist. Darüber hinaus stellen sich die Herausforderungen in den Fragen, wie in den Gruppen eine gesunde und ausbaufähige Grundlage in Haltung und Technik gelegt werden kann und wie Motivation und Beständigkeit im Üben erreicht werden. Natürlich wollen wir auch Begabungen entdecken und diese fördern und zum Blühen bringen.

Wie sieht eine Instrumentallehrkraft der Zukunft aus und wie kann Studium und Ausbildung darauf vorbereiten? Ich glaube, Kooperationen und Vernetzung sind nötig, um die ganze Bandbreite der Kompetenzen in hoher Qualität und Aktualität bereitstellen zu können. Am Beispiel „Blickpunkt Gitarrenstudium“ in Zusammenarbeit des Hamburger Konservatoriums mit der Landesmusikakademie Hamburg und den „Hamburger Gitarrentagen“ möchte ich zeigen, wie eine Vernetzung in der Ausbildung aussehen kann.

Akademie und Musikschule

Die Gitarre gehört zu den beliebtesten Instrumenten, die Tendenz ist steigend. Die Nachfrage nach Gitarrenunterricht ist groß, besonders zeigt sich das in Programmen wie „Jedem Kind ein Instrument“ oder in Kooperationen mit Schulen. Gut ausgebildete und engagierte Gitarrenlehrkräfte werden dringend gesucht.

Das „Hamburger Konservatorium“ verbindet Akademie und Musikschule unter einem Dach. Es gehört zu den wenigen Instituten, in denen noch das achtsemestrige Diplomstudium  (Diplom Musikerziehung/DME) gilt. Dazu gibt es verschiedene Aufbaustudiengänge bis hin zur künstlerischen Reife.  Die pädagogischen Fächer ziehen sich durch alle acht Semester des DME-Studiums. Darunter sind sechs Semester Methodik und Didaktik des Hauptfachs und umfangreiche Hospitationen und Praktika in der Musikschule und im schulischen Bereich.
Die Dozenten kommen aus der Praxis und haben direkten Bezug zur Berufsrealität. Eine viersemestrige Zusatzqualifikation in Elementarer Musikpädagogik oder Jazz/Pop kann während des Studiums absolviert werden.

Im Fachbereich Zupfinstrumente gibt es neben der klassischen Gitarre auch E-Gitarre oder Mandoline als Hauptfach, brasilianische Gitarre und E-Gitarre können als Nebenfach belegt werden. Das Hamburger Konservatorium ist zusammen mit der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg und dem Landesmusikrat Hamburg e.V. Träger der Landesmusikakademie Hamburg. Diese bietet ein umfangreiches Fortbildungsprogramm im Bereich Musikpädagogik an. Führende Dozenten aus Deutschland und Europa zeigen in Workshops vor allem in den Bereichen Gruppenunterricht und Schulkooperationen den aktuellen Stand der fachlichen Entwicklung. Die Landesmusikakademie Hamburg bildet auch die „Je Ki“-Lehrkräfte für „JeKi“-Hamburg fort. Die Studenten des Hamburger Konservatoriums haben sechs Fortbildungen im Laufe des Studiums frei, darüber hinaus gibt es weitere gemeinsame Projekte.

Studienpläne lassen sich nicht kurzfristig ändern oder anpassen. Die Workshops der Landesmusikakademie Hamburg bieten die Möglichkeit, neues Know-how und Vielfalt in das Studium zu bringen und wichtige Persönlichkeiten der Musikpädagogik kennenzulernen. Dort bekommen die Studenten auch Kontakt zu teilnehmenden Lehrkräften, die im Beruf stehen und von ihren Erfahrungen berichten.

Aufbau- und Nachwuchsarbeit

Christian Moritz, Absolvent des Hamburger Konservatoriums, hat die Plattform „GitarreHamburg.de“ gegründet und mit den regelmäßig stattfindenden „Hamburger Gitarrentagen“ und dem zweijährigen „Hamburger Gitarrenfestival“ zu einem der führenden gitarristischen Zentren in Deutschland, vielleicht sogar in Europa gemacht. Mit seinem „JugendGitarrenOrchesterHamburg“ macht er eine beispiellose Aufbau- und Nachwuchsarbeit. Das Orchester ist Bundessieger im Deutschen Orchesterwettbewerb, Mitglieder waren mehrfach Bundessieger bei „Jugend musiziert“.

Er holt regelmäßig die Spitze der internationalen Künstler und Virtuosen nach Hamburg. Durch die Zusammenarbeit erhalten die Studenten bei Konzerten und Meisterkursen Kontakt zur instrumentalen Elite.

Die Veranstaltung „Blickpunkt Gitarrenstudium“ am 9. und 10. Mai 2014 ist aus der Zusammenarbeit von „Hamburger Gitarrentagen“, Hamburger Konservatorium und Landesmusikakademie Hamburg entstanden. Der international berühmte Gitarrist Carlo Marchione gibt am 9. Mai ein Solokonzert und am 10. Mai einen Meisterkurs. Parallel dazu bieten die Gitarrendozenten des Hamburger Konservatoriums Workshops und individuelle Studienberatung für fortgeschrittene Gitarristen an. Weitere Infos und Anmeldung unter: www.hamburger-gitarrentage.de und www.landesmusikakademie-hamburg.de.

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Rückblick und Ausblick | nmz, November 2012

Die Landesmusikakademie Hamburg geht in ihr 10. Fortbildungsjahr

(nmz) -
Die Organisationsform der Landes­musikakademie Hamburg ist besonders und ungewöhnlich: sie ist entstanden aus den internen Fortbildungsprogrammen der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg und des Hamburger Konservatoriums. Diese beiden Institute stellen gemeinsam die Finanzierung und die Organisations- und Personalstruktur, Mitinitiator und Dachorganisation ist der Landesmusikrat Hamburg.

Ein Artikel von Ulrike BeißenhirtzWinfried Stegmann

Der hohe Praxisbezug der Fortbildungen ist durch das große Spektrum der Institute gewährleistet: Die größte Musikschule Deutschlands und das Konservatorium mit seiner engen Verzahnung von Musikschule und Studium bilden das ganze Spektrum der außerschulischen Musikpädagogik ab. Es entsteht ein Synergie-Effekt: Dem eigenen Kollegium kann ein hochkarätiges und aktuelles Fortbildungsprogramm angeboten werden, die externen Teilnehmer aus ganz Deutschland sind willkommen und unterstützen die Finanzierung.

Für die Planung und die Durchführung der Kursangebote sind Winfried Stegmann und Ulrike Beißenhirtz zuständig. Beide sind den Instituten auch mit weiteren Leitungsfunktionen und einem Unterrichtsanteil in Akademie und Musikschule eng verbunden. So können Sie den Fortbildungsbedarf auch aus eigener Erfahrung beurteilen.

Die Landesmusikakademie Hamburg hat kein eigenes Haus. Genutzt werden die vorhandenen Räumlichkeiten der Kooperationspartner. Darüber hinaus finden die Kurse auch bei anderen Partnern wie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg oder den Hamburger Schulen statt. Übernachtungsangebote bietet Hamburg in allen Kategorien und Preislagen. Ein eigenes Gästehaus ist deshalb nicht notwendig.

Netzwerke zu schaffen gehört zu den Aufgaben der Landesmusikakademie Hamburg. Das ist im Laufe der Jahre vielfach gelungen: mit der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, der Education-Abteilung der Elbphilharmonie Hamburg, mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und vor allem mit JeKi Hamburg. In dem laufenden Jahr ist eine besondere Kooperation im Zusammenhang mit der Verleihung des „junge ohren preises“ vom 16.–18. November in Hamburg gelungen. Mit dem Thema „Kinder und Jugendliche können komponieren“ flankiert ein Kurs der Landesmusikakademie diesen wichtigen Event der Musikvermittlung. Dieser Kurs findet in Zusammenarbeit mit „Hamburger Schülerkonzerte“ und mit Unterstützung der Deutschen Orchesterstiftung statt.

Im Bereich Bildung nimmt Hamburg eine besondere Stellung in den Bundesländern ein. Im Vergleich mit den Flächenländern ist der Stadtstaat in seiner Konzentration und Kompaktheit besonders geeignet, neue bildungspolitische Konzepte einzuführen und umzusetzen. Hamburg hat bei den Themen G8, Ganztagsschule und Inklusion immer auch die nahezu flächendeckende Umsetzung im Blick.  So hat sich seit Bestehen der Landesmusikakademie Hamburg die Unterrichtssituation der Instrumentallehrer dramatisch verändert: Immer mehr Stunden finden im Vormittagsunterricht in Gruppen statt, die oft bunt zusammengewürfelt sind. Der klassische Musikschul- und  Instrumentalunterricht am Nachmittag wird immer schwerer zu organisieren.

Das sind besondere Herausforderungen für die Musikpädagogik, denen wir mit Schwerpunkten in unseren Programmen begegnen. So sind in den vergangenen Jahren annähernd ein Drittel der angebotenen Kurse Fortbildungen für den JeKi-Unterricht  und für Schulkooperationen gewesen.

Unser zehnter Fortbildungskalender 2013, der Ende November erscheinen wird, greift mit einer Mischung aus mehrphasigen Kursen, Wochenend- und Ein-Tages-Workshops die aktuellen Themen auf. Ein neuer Schwerpunkt wird auf dem Thema Inklusion und Musikunterricht liegen. Mit einem großen Symposium im November 2013 wollen wir die Möglichkeiten und Chancen aufzeigen und die Voraussetzungen und Bedingungen diskutieren. Zu diesem Thema wird es auch weitere Angebote im Bereich von JeKi und Musiktherapie geben.

Zum Thema JeKi und Ganztagsschule werden Constanze Heller und Uli Moritz „Starke Methoden“ für den Gruppenunterricht vorstellen. Micaela Grohé und Thomas Holland-Moritz bieten weitere Workshops dafür an.

Im Kernbereich der instrumentalspezifischen Angebote wird es unter anderem einen Workshop „Körper und Klavier“ mit Henriette Gärtner sowie einen „Tag für das Klavier“ geben und Kurse zur Violamethodik oder Atem- und Blastechnik für Holz- und Blechblasinstrumente. Das neue Fortbildungsprogramm enthält noch viele weitere Angebote – schauen Sie rein, auch im Internet unter www.landesmusikakademie-hamburg.de.

Gerne begrüßen wir Sie einmal in der Landesmusikakademie Hamburg!

Ulrike Beißenhirtz & Winfried Stegmann
Landesmusikakademie Hamburg

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Bewegungsspielräume im Streicherunterricht | nmz, März 2011
(nmz) -

Bewegung ist der Schlüssel zum Violinspiel. Das propagierte Paul Rolland, einer der wichtigsten Violin- und Vio­lapädagogen des 20. Jahrhunderts. Seine Methodik hat weltweit große Anerkennung gefunden. Vom 26. bis 30. April bietet die Landesmusikakademie Hamburg einen Workshop an, in dem Streicherinnen und Streicher den Ansatz des 1978 verstorbenen Professors für Violine kennenlernen können.

Ein Artikel von Katharina BradlerWinfried Stegmann

Als Dozentinnen konnten Lynne Denig und Nancy Kredel, zwei ehemalige Studentinnen Rollands, gewonnen werden. Sie vermitteln authentisch die Grundlagen der physiologisch ausgerichteten Violin- und Violamethodik. Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer lernen ihr Instrument natürlich und spannungsfrei zu spielen, indem sie alle Bewegungen ausbalancieren. Durch eine entspannte Körperhaltung verbessert sich die für Streicherinnen und Streicher so wichtige Tonproduktion. „The importance of movement will become obvious to us if we consider that tone on a string instrument can be produced only through movement“, schreibt Rolland. Sein Credo lautet daher, alle steifen Körperpartien zu bewegen, um Freiheit im Spiel zu erlangen.

Die Kursinhalte richten sich nach dem Buch „The Teaching of action in string playing“ sowie den dazugehörigen Videofilmen: Sie sind Ergebnisse des von 1966 bis 1970 an der University of Illinois durchgeführten Illinois String Research Projects. Detaillierte Übungsideen und zahlreiche Bewegungsspiele für Körperbalance, rechte und linke Hand helfen nicht nur dem Anfänger, sondern auch dem Profi. Die Techniken können im Einzel-, Gruppen- und Klassenunterricht angewendet werden und bieten jeder Lehrkraft vielseitige Anregungen, spieltechnische Probleme von Schülerinnen und Schülern zu lösen.

Es wird sich zeigen, dass Rollands methodische Errungenschaften auf dem Gebiet der detaillierten Bewegungsanalyse des Violin- und Viola­spiels zu finden sind und weniger im Streicherklassenunterricht, als dessen Urheber er oft fälschlicherweise angesehen wird. In Amerika ist der heterogene Streicherklassenunterricht bereits seit den 30er-Jahren übliche Unterrichtsform. Rolland bevorzugte es, Schülerinnen und Schüler einzeln beziehungsweise in homogenen Gruppen, am besten mehrmals wöchentlich, zu unterrichten.

Weitere Informationen zum Material unter www.paulrolland.net und http://alfred.com/Products/The-Teac…

Die Landesmusikakademie Hamburg bietet in ihrem Fortbildungsprogramm 2011 ein weiteres Angebot, das auf der Rolland-Methode basiert, an. In dem Workshop „JeKi-Streichergruppenunterricht“ mit den Dozenten Birgit und Peter Boch am 27. und 28. August 2011 wird das Thema praxisbezogen auf den Instrumentalunterricht in den ersten zwei bis drei Jahren aufgegriffen. Die beiden Dozenten haben den Schlüsselimpuls für ihre Arbeit in einer Fortbildung durch Prof. Don Miller, dem Assistenten von Paul Rolland, Anfang der 90er-Jahre erhalten. Ihr Unterrichtskonzept ist bei Schott unter dem Titel „Streicher sind klasse“ veröffentlicht worden. Die auf der Rolland-Methodik basierende Instrumentalmethodik bietet eine Fülle von Anregungen für den Instrumentalunterricht für gemischte Gruppen (zum Beispiel Violine und Cello) als auch für reine Violin-, Viola-, Cello- oder Bass-Gruppen. Der Workshop behandelt unter anderem die Themen Motivation, Methodenvielfalt und Team-Teaching und will zeigen, wie die besondere Dynamik in der Gruppe für den Unterricht genutzt werden kann.

Auf unserer Website gibt es weitere Informationen zu diesen Workshops und zu unserem Jahresprogramm. Der Fortbildungskalender 2011 spannt einen weiten Bogen vom elementaren Musizieren über JeKi- und Klassenunterricht, Musikvermittlung und Medienkunde bis hin zur Förderung von Leistungsträgern. Ein europaweites Dozententeam zeigt und vermittelt aktuelle Ansätze in der Musikpädagogik.

Die Landesmusikakademie Hamburg, die Fortbildungseinrichtung der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg und des Hamburger Konservatoriums unter dem Dach des Landesmusikrats Hamburg e.V., möchte die Musikpädagogen in einer Zeit des Strukturwandels in ihrem beruflichen Selbstverständnis stärken und mit ihrem Angebot an Workshops und Seminaren neue Ideen, neue Bewegungen und Strömungen aufnehmen und weitergeben. Wir wünschen Ihnen dabei viele anregende Impulse und inspirierende Begegnungen!

Workshop-Anmeldungen unter www.landesmusikakademie-hamburg.de

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Faszination Musikvermittlung Workshopreihe zur Konzertpädagogik | Szene Hamburg, Januar 2008
Die Elbphilharmonie sorgt sich um ihr zukünftiges Publikum
und bietet in Kooperation mit der Landesmusikakademie und
dem Körber-Fonds ZukunftsMusik Workshops für Musiklehrer
an, die Jugendliche für klassische Musik begeistern sollen.
„Jugendliche geben einen Haufen Geld für Popkonzerte aus, aber in
klassischen Konzerten trifft man sie nie“, sagt Eberhard Müller-Arp
vom Konservatorium Hamburg. Es stimmt – was Mittvierziger beim
Konzertbesuch in ungeahnt jugendfrische Laune versetzt, bereitet den
Veranstaltern zusehends Kopfschmerzen. Die meisten Zuhörer haben
die 60er Marke schon längst geknackt. Was also, wenn die Elb-
philharmonie endlich fertig ist, das Publikum aber bereits ausge-
storben?! „Deutschland hat sich viel zu lange auf Beethoven und
Brahms ausgeruht – nun bewegt sich was. Die Idee dahinter nennt
sich &Mac226;Teach the Teacher’ und setzt via Schneeballprinzip
auf längerfristiges Wirken im musikpädagogischen Bereich, erklärt
Müller-Arp die Idee der neuen Workshop-Reihe. Zusammen mit
der Landesmusikakademie und mit Unterstützung des Körber-Fonds
ZukunftsMusik wird die Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betreiber-
gesellschaft ab Februar insgesamt drei Workshops zur Konzertpädagogik
anbieten. So sollen freie Musiklehrer, aber auch Orchestermusiker
und Schullehrer mit frischen Methoden der Musikvermittlung vertraut
gemacht werden und als Multiplikatoren ihre Begeisterung auf
Hamburgs Jugend übertragen. Die werden sich frisch motiviert
zwischen Color-Line-Arena und Elbphilharmonie entscheiden
müssen – für beides reicht das Taschen- geld wahrscheinlich dann
doch nicht.(KIM)Faszination Musikvermittlung – Hamburger Workshopreihe zur Konzer-
tpädagogik: 23.1., 11. / 12.4., 10. / 11.10. Anmeldeschluss zum ersten
kostenfreien Workshop mit Prof. Klaus Schneider bis 8.2. Anmeldung
und weitere Infos auf dieser Website in der Rubrik "Kooperation mit der
Elbphilhamonie (siehe links) oder 42801 4125
Offensive Neue Projekte, mehr Geld für musikalische Bildung | Hamburger Abendblatt, 29.November 2007
Offensive Neue Projekte, mehr Geld für musikalische Bildung

Trainingscamps für Musiklehrer

Hamburg plant Projekt "Jedem Kind ein Instrument".
Ein Ziel: Konzertsäle sollen wieder voller werden.

HAMBURG

Lange Zeit sah es für den (Hörer-) Nachwuchs in der Klassik
ziemlich düster aus: Im Jahr 2005 warnte ein Bericht der
Bundesregierung, das Opernpublikum sei "vom Aussterben
bedroht". Mittlerweile hat sich einiges geändert: Wolfhagen
Sobirey, Präsident des Landesmusikrats, erlebt derzeit einen
grundlegenden Wandel in der musikalischen Bildung: "Es gibt
in Hamburg wirklich einen Ruck. Der Senat plant etwa eine
Musikoffensive; dann soll das nordrhein- westfälische Projekt
,Jedem Kind ein Instrument' nach Hamburg geholt werden,
außerdem haben wir von der Bundeskulturstiftung über eine
Million Euro für Neue Musik bekommen. Das sind Meilensteine!"

Gestern konnte sich Sobirey über einen weiteren Meilenstein
freuen: Unter dem Motto "Faszination Musikvermittlung"
präsentierte die Landes- musikakademie in Kooperation mit
Elbphilharmonie und Körberstiftung eine Initiative zur
Professionalisierung der Musikpädagogik. Denn wer Kindern
Musik nahebringt, muss gut gerüstet sein, weiß Christoph
Becher von der Elbphilharmonie: "Wenn ein Orchestermusiker
in die Schule geht, stellt sich die Frage: Wie gehe ich mit einer
Gruppe um? Das ist ja unglaublich schwierig! Da fehlt es nicht
an gutem Willen, sondern an Technik. Da muss man Moderations-
techniken draufhaben und Dramaturgien bauen; da ist es gut,
Rat von außerhalb zu holen."

Genau das soll nächstes Jahr geschehen: Im Rahmen von drei
Workshops können sich Musikvermittler bei international
renommierten Konzertpädagogen mit Konzepten vertraut machen.

Diese "Trainingscamps" setzen ein bestehendes Projekt fort:
Seit 2003 haben zahlreiche Lehrer und Erzieher das Weiterbildung-
sangebot der Landesmusikakademie genutzt. Sie sollen ihre
Erfahrungen als Multiplikatoren weitertragen –- und ein
Schneeballsystem in Gang setzen.

Dabei geht es immer um die Begeisterung für Musik als Eigenwert,
betont Akademie-Leiter Winfried Stegmann: "Musikpädagogik
darf kein Marketinginstrument sein, sondern muss das Individuum
und sein Interesse in den Mittelpunkt stellen. Dann werden auch
die Konzertsäle langfristig wieder voller."

Stä

Mehr Spaß und mehr Qualität im Musikunterricht | Die Welt, 29. November 2007
VON KATJA ENGLER

Mehr Spaß und mehr Qualität im Musikunterricht

Elbphilharmonie-Intendanz und Landesmusikakademie stellen ihre
erste musikpädagogische Initiative vor

"Ich habe das Gefühl, dass ein Ruck durch die Stadt geht":
Wolfhagen
Sobirey, Präsident des Landesmusikrates, meint mit diesem Ruck
den beendeten Dornröschenschlaf im Hinblick auf die jahrzehntelange
Vernachlässigung der musikalischen Bildung. Denn inzwischen hat sich
einiges getan. Gestern wurde der Presse die erste musikpädagogische
Initiative der Elbphilharmonie-Intendanz vorgestellt, die jetzt beginnt,
sich konkret einzumischen. Als erstes mit einer Workshop- Reihe, die
sich an Orchestermusiker, Lehrer, Dramaturgen und Musikmanager
richtet. "Das sind Multiplikatoren, und wir rechnen mit einem Schneeball-
Effekt", sagt Winfried Stegmann, Leiter der Landesmusikakademie.
Christoph Becher von der Elbphilharmonie stellt grundsätzlich fest:
"Wir können nur gut sein, wenn wir eine große innerstädtische
Verankerung erreichen, an der sich Eltern und Schulen beteiligen."
Primär strebt er eine intensive Zusammenarbeit mit den bestehenden
Institutionen an. Allein die Landesmusik- Akademie hat in den
vergangenen vier Jahren 2000 Lehrkräfte in jeweils rund 20 Stunden
weitergebildet und damit 50 000 Kinder erreicht. Der Musikunterricht
an Hamburgs Schulen, das weiß man inzwischen, ist meist hoffnungslos
veraltet. "In anderen Ländern ist auf diesem Gebiet viel mehr passiert.
Das ist manchmal regelrecht beschämend", sagt Eberhard Müller-Arp
vom Hamburger Konservatorium. Lehrer haben oft dasselbe Problem
wie die Orchestermusiker, die mitunter in die Schulen ziehen: Sie sind
zwar hoch motiviert, haben aber keine Ahnung, welche Techniken sie
wie einsetzen können (Stimme, Inszenierung, Improvisation), um ihre
Schüler begeistert bei der Sache zu halten. "Da müssen wir auf
Professionalisierung setzen. Denn wenn man Kinder für Musik
begeistern will, muss man das gelernt haben", sagt Wolfhagen Sobirey.
Das sei auch der Unterschied zu vielen ehrenamtlichen Initiativen, mit
denen letztlich alle Teilnehmer überfordert seien. Die drei neuen Workshops
sind allerdings nur für 20 bis 30 Teilnehmer konzipiert: "Da kann man
nicht
auf Masse gehen. Wenn man rechnet, dass jeder ausgebildete
Musikpädagoge oder Musiker 50 Schüler hat, dann erreicht man 1000
Kinder", sagt Christoph Becher.

Welche Projekte sind erfolgreich? Wovon kann man lernen? Diese
Fragen stehen auch bei der weiteren Konzeptentwicklung im Mittelpunkt.
Im Februar kommt mit Ernst Klaus Schneider eine musikpädagogische
Koryphäe zum ersten Workshop nach Hamburg. In Detmold hat er eine
Abonnementsreihe für sechsjährige Kinder etabliert und berichtet aus der
Praxis. Aus Wien reist dann im Oktober Dietmar Flosdorf an, der unter
anderem mit den Wiener Symphonikern das Programm "Musik zum
Anfassen"
verantwortet. Durch die Unterstützung des Körber-Fonds Zukunftsmusik,
der jährlich 100 000 Euro für Musikvermittlung zur Verfügung stellt,
bekommen solche Konzepte einen internationalen Radius. Zukünftig könne
man "Leute einladen, die international agieren und damit Erfahrungen und
Know-how nach Hamburg holen", sagt Müller-Arp. Hohe Erwartungen
werden in diesem Zusammenhang schon jetzt an die Elbphilharmonie gestellt,
die nicht nur von der Körber-Stiftung unterstützt wird, sondern auch von
der Stiftung Elbphilharmonie, die am kommenden Sonntag mit vielen
Spendern und Stiftern ihr zweijähriges Jubiläum feiert. 67 Millionen Euro
sind inzwischen zusammen- gekommen, davon 700 000 Euro aus Klein-
spenden. 6700 Hamburger unterstützen die Stiftung Elbphilharmonie.

Der Bau, in dem die Musik spielen wird, ist mittlerweile komplett entkernt,
nur noch die Fassade steht. Ein Gutteil der Nachgründung ist im Boden,
400 von gut 600 Ortbeton- Verdrängungspfählen, die den Bau besser stützen
sollen. In den nächsten Wochen werden die letzten Pfähle in den Boden
gerammt, die Sohle wird fertig gestellt, und dann beginnt man mit dem Bau
der zuunterst gelegenen Tiefgarage.

Ist Musikalität lehrbar? Die Landesmusikakademie Hamburg | nmz, Juni 2007
Die Landesmusikakademie Hamburg gehört zu den jüngsten
Mitgliedern im Kreis der Musikbildungsstätten. Sie hat sich
auf die Fort – und Weiterbildung von Musikpädagogen spezialisiert
und bietet qualifizierende Angebote im Hinblick auf die aktuellen
Entwicklungen in Kultur, Bildung und Gesellschaft.
Synergiegewinn durch Kooperation
Die Leitungen des Hamburger Konservatoriums und der Staatlichen
Jugendmusikschule Hamburg haben
2003 beschlossen, ihre internen
Fortbildungsprogramme zusammenzulegen und systematisch auszubauen,
um ihr Kollegium auf die ständig neuen Anforderungen in der musik-
pädagogischen Praxis kontinuierlich fortzubilden. Gleichzeitig sollten
auch Impulse in die Stadt und das Umland gehen und der Austausch
gefördert werden. So wurden die Angebote für alle interessierten
Teilnehmer geöffnet und unter das Dach des Landesmusikrats Hamburg
gestellt, der die Entwicklung einer Landesmusikakademie schon seit
langem vorgehabt hat. Dabei weist die Landesmusikakademie Hamburg
eine Reihe von Besonderheiten auf, die sie von den traditionellen
Einrichtungen unterscheidet:Nähe zu Unterrichtspraxis und Studium
Da ist zunächst einmal die Nähe zu den beiden Instituten Hamburger
Konservatorium und Staatliche Jugendmusikschule Hamburg. Die
Erfordernisse der Praxis, der Alltag und die Highlights im Musik-
schulleben prägen ganz unmittelbar die Angebotspalette. Auch die
Studienabteilung in der Akademie des Konservatoriums ist eng mit
der Landesmusikakademie verknüpft: die Studenten profitieren
von den aktuellen und hochkarätigen Seminaren und die Landes-
musikakademie greift Impulse und herausragende Studienangebote
auf.Musikpädagogische Schwerpunkte
Die Landesmusikakademie Hamburg konzentriert sich auf musik-
pädagogische Fort – und Weiterbildungen. Ziel
gruppe sind in erster
Linie Musikschullehrer, Privatmusiklehrer, Orchestermusiker,
Schulmusiker und musisch tätige Pädagogen.Die Schwerpunkte sind:
• Musik in der Ganztagsschule,
• Musik im Kindergarten und Frühförderung,
• Musikvermittlung.Kurse und Symposien bilden ein System von Modulen, die sich zu
aufbauenden und weiterführenden Fortbildungsreihen zusammenstellenlassen. In Zusammenarbeit mit der Akademie des Hamburger Kon-
servatoriums können zwei Zertifikate erworben werden: „Fit für die
Gruppe“ und „Fit für die Klasse“.Aktuelles Angebot
Die Symposien zu aktuellen Themen haben in kurzer Zeit überregionale
Bedeutung errungen. Das „Erste deutsche Symposium Linkshändigkeit
und Musik“ im letzten Herbst zog seine Kreise bis nach Österreich.
Die Kulturreferate einiger führender Rundfunksender haben darüber
berichtet. In diesem Herbst findet das „Symposium frühinstrumentaler
Unterricht“ statt. Weitere Highlights in der zweiten Jahreshälfte sind die
Fachtagung Musik- therapie, ein Seminar und Konzert zum Thema
Blockflötenconsort mit Paul Leenhouts und „magisch – musikalisch –
mubuntu“ - künstlerisch praktische Musikvermittlung in Konzerten
für Kinder.Die Landesmusikakademie Hamburg ist eine mobile Akademie.
Sie nutzt die Räumlichkeiten der Träger sowie der Musikhochschule
und weiterer Bildungseinrichtungen. Damit kann für alle Anforderungen
das passende Instrumentarium bereitgestellt werden. 2004 erschien
der erste Fortbildungskalender. Der große Zuspruch zeigte schnell,
dass der Bedarf vorhanden ist und das Niveau und die Aktualität des
Angebots auf Zustimmung stößt. Im zweiten Jahr konnte sich die
Teilnehmerzahl um ca. 60% auf etwa 600 steigern. Das Einzugsgebiet
reicht mittlerweile vom Schwarzwald bis nach Dänemark. Die Zielgruppe
unserer Angebote sind die musikpädagogischen Multiplikatoren: wenn
wir einen Schnitt von 25 Schülern pro Lehrer zugrunde legen, haben
wir 2005 mit den Impulsen aus unseren Fortbildungen 15.000 Schülerinnen
und Schüler erreicht!
Ist Musikalität lehrbar? Die Landesmusikakademie Hamburg blickt auf ein hervorragendes Fortbildungsjahr zurück |
tonart, Januar 2007
Ist Musikalität lehrbar?

Die Landesmusikakademie Hamburg blickt auf ein hervorragendes
Fortbildungsjahr zurück.

Auch im dritten Jahr konnte die Landesmusik- akademie Hamburg
die Zahl ihrer Teilnehmer steigern. Vor drei Jahren wurde sie von
der
Staatlichen Jugendmusikschule und dem Hamburger Konservatorium
unter dem Dach des Landesmusikrats Hamburg gegründet. Mittlerweile
ist sie die größte musikpädagogische Fortbildungseinrichtung im
Norden. Über 2000 Musikerinnen und Musiker haben bereits die
Kurse und Workshops besucht.

Hier treffen Lehrkräfte aus Schule und Musik- schule auf Erzieherinnen
aus der Kita, Orchestermusiker auf Privatmusiklehrer. Gemeinsam
besuchen sie Seminare zu Themen wie: „Ist Musikalität lehrbar?“,
„Wie kann man Kinder zum Tanzen motivieren?“, „Musizieren mit
einer Schulklasse“ oder „Improvisation im Gruppenunterricht“.

Der Schul- und Kulturausschuss der Hamburger Bürgerschaft hat
in einer Anhörung die Arbeit der Landesmusikakademie Hamburg
gewürdigt und die besondere Bedeutung eines kontinuierlichen,
hochwertigen Fortbildungsangebots für den Erfolg der Kinder-
und Jugendkulturarbeit anerkannt. Die Forderung nach einer
adäquaten Unterstützung, wie es sie mittlerweile in fast allen
Bundesländern gibt, wurde quer durch alle politischen Lager
anerkannt, aber leider bislang nicht umgesetzt.

Im diesem Jahr haben die beiden Akademieleiter Winfried Stegmann
und Ulrike Beißenhirtz ganz besondere Highlights im Programm: Im
Juni kommt die Direktorin des Education Programms der Berliner
Philharmoniker, Catherine Milliken. Sie präsentiert erstmals in Hamburg
diese erfolgreiche und hochgelobte Arbeit in einem Workshop. Danach
verwandelt „1stClassRock“ die Schulklasse in eine Rockband und der
Herbst bringt „Futter für die Fantasie“ für Vorschulkinder sowie das
dreiteilige Weiterbildungsprogramm „Fit für die Schule“. Das ganze
Jahresprogramm mit über 30 Kursen steht in den aufgeführten
Rubriken
auf dieser Website (siehe links im Kursangebot)

Die Landesmusikakademie Hamburg nimmt eine wichtige Schlüsselrolle
an der Schnittstelle von Studium und Praxis, Lehrer und Schüler,
Musiker
und Publikum ein. Die Nachfragen belegen, dass sie mit ihrem
hochkarätigen Programm ein hohes Ansehen in ganz Deutschland
erobert hat.

 
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